Landesmeisterschaft 2010

Vom 18.06. bis 20.06.2010 fanden die diesjährigen Landesmeisterschaften des Thüringer Schützenbundes auf dem Suhler Friedberg statt.

Erstmalig entschied sich der Thüringer Schützenbund dazu, an einem Wochenende alle Disziplinen in den Gewehr-, Pistolen- und Wurfscheibendisziplinen auszutragen.

Leider wurde diese Neuerung nicht in dem Maße von den Sportschützen genutzt, wie von der TSB-Führung beabsichtigt und es gab außerdem eine ganze Reihe von Nichtstartern unter den gemeldeten Schützen.
Hiermit scheint sich der negative Trend, welcher bereits zum Landespokal im Februar zu verzeichnen war, weiter fortzusetzen und man kann schon von einem argen Dilemma sprechen, in der sich der Thüringer Schützenbund befindet.

Leider spielte, wie so manches Mal bei Wettkämpfen in den Höhenlagen des Thüringer Waldes, das Wetter nicht mit. Auch hinsichtlich der zeitlichen Anreihung der Wettkämpfe haben die Organisatoren um den Landessportleiter, und nun auch Vizepräsidenten des TSB, kein glückliches Händchen bewiesen. So wurden zum Beispiel die KK-Wettkämpfe in den frühen Morgenstunden ausgetragen, wo noch Außentemperaturen von 8 Grad Celsius herrschten - fast wie im Winter, vom starken Wind am ganzen Wochenende mal ganz abgesehen. Da hätte man mal lieber die LG- und LP-Disziplinen am Vormittag durchführen sollen, welche ja in der Halle ausgetragen werden.

Hier muss sich der Landessportleiter als Hauptorganisator die Frage gefallen lassen, warum immer wieder alles unternommen wird, die wettkampfwilligen Sportler durch sein Unvermögen vor den Kopf zu stoßen. Auf jeden Fall war sehr häufig zu vernehmen, dass doch eine Reihe von Schützen im nächsten Jahr dieses "Theater" nicht mehr mitmachen wollen - also ein weiterer Rückgang!

Ebenfalls kritikwürdig waren so manche "Leistungen" der eingesetzten Kampfrichter, angefangen bei der Waffen- und Bekleidungskontrolle, welche am Freitag 14.00 Uhr beginnen sollte, aber um 14.20 Uhr im Gewehrbereich immer noch nicht alle Utensilien und Kampfrichter vor Ort waren, bis zu unqualifizierten Bemerkungen betreffender Kampfrichter zu älterer Ausrüstungen bzw. Bewaffnung von Schützen oder diffamierenden Äußerungen gegenüber den Schützen in der Form, dass sie mit solchen Teilen sowieso nicht gewinnen können. Man sollte sich außerdem bei der Einteilung von Standchefs und den Standaufsichten wohl eher davon leiten lassen, Sportfreunde einzuteilen, welche auch wirklich ihre Aufgabe ernst nehmen, nicht nur ihre Zeit auf dem Stand abstehen und eher die Sportler behindern. Geschehen einmal auf dem 50-Meter-Schießstand, als vor den Augen der Standchefin lange vor Ende des Durchganges Schützen ihre Sachen so Stück für Stück vom Platz räumten, und damit die benachbarten Schützen ganz offensichtlich störten und ganz und gar bereits Schützen des darauf folgenden Durchgangs ihre Sachen auf dem Schießstand deponierten!

Während des Schießens in der Halle passierte es sogar, dass sich gleich mehrere Standaufsichten als Gruppe zusammenfanden und mit weiteren Schützen unmittelbar an der Absperrung grundsätzliche Diskussionen zu Trainingsmethoden führten, das ganze keine 2 Meter neben aktiv schießenden Sportfreunden! Da würde man sich mehr sportliche Fairness gegenüber den Wettkampfteilnehmern wünschen.

Doch eigentlich wollten wir über die Wettkämpfe berichten und da fanden sich von unserem Schützenverein wieder ein paar Enthusiasten, um an den Wettkämpfen zur Landesmeisterschaft auf dem Suhler Friedberg teilzunehmen.

Als erste Starter gingen unsere Senioren Dr. Jürgen Daniel, Bernd Hoffmann und Ewald Rößner am späten Freitag-Nachmittag mit der Luftpistole in das Rennen und wir konnten mit Dr. Jürgen Daniel die erste Medaille feiern, denn er wurde hinter Anton Albl und Dr. Roland Berndt (beide SV Elxleben) mit 353 Ringen glücklicher Dritter. Ewald Rößner und Bernd Hoffmann, beide gesundheitlich etwas angeschlagen, belegten die Plätze 5 und 7 in diesem Jahr.

siegerehrung_lp_sen_lm_2010-06-18Am zweiten Wettkampftag traten dann weitere Schützen von uns, unter den bereits oben geschilderten widrigen Wetterverhältnissen, zum KK-Liegendkampf an. Daniela Radvan gelang es, trotz Behinderungen und eisiger Kälte, den von ihr gehaltenen Landesrekord um einen Ring zu verbessern und gewann mit 573 Ringen die Konkurrenz der Damen-Altersklasse.
Die Freude über den Sieg wurde nur dadurch etwas getrübt, dass mit diesem Ergebnis das Limit für eine Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft lediglich um 2 Ringe verpasst wurde.
Ärgerlicher war dann bei der Siegerehrung, dass die Verantwortlichen, und hier muss wieder der Landessportleiter kritisiert werden, es nicht auf die Reihe bringen, bei dem im Land ausgetragenen höchsten Wettkämpfen eine aktuelle Liste der Rekorde vor Ort zu haben und die Sportler, welche eine neue Bestleistung aufstellen, auch gebührend gewürdigt werden, denn dies war kein Einzelfall.

In der Altersklasse haderte Dr. Fritz Schmidt ebenfalls mit den widrigen Verhältnissen und belegte letztlich in der Disziplin KK-Liegendkampf den 5. Platz. Hervorzuheben in dieser Altersklasse wäre, dass Ullrich Trier vom SV Pfersdorf 1990 mit 580 Ringen den auch von Dr. Fritz Schmidt gehaltenen Landesrekord einstellte.
Am zweiten Wettkampftag standen dann für unsere teilnehmenden Gewehrschützen noch die Luftgewehrdisziplinen auf dem Programm, angefangen mit unseren beiden Schülern Jonas Kühnert und Fabian Röhner, welcher erst seit ein paar Wochen das Einmaleins des Schießens lernt. Jonas belegte bei seiner zweiten Landesmeisterschaft den 7. Platz und Fabian bei seiner ersten Teilnahme einen 9. Platz. Für beide Schützen heißt es nun, nicht verzagen und weiter am Ball bleiben, denn der Schießsport ist nicht gleich im ersten Anlauf erlernt, dazu benötigt man Ausdauer und einen festen Willen. Nun heißt es erst einmal für die Schüler Ferien machen und die nächsten Wettkämpfe sind schon fest ins Auge gefasst.

Als nächstes kamen dann unsere Luftgewehrschützen mit dem Senior Ralf Richter und der Altersdame Daniela Radvan an die Reihe. Ralf Richter belegte einen 5. Platz und Daniela Radvan bezwang zwar in ihrer Alterklasse die Konkurrenz und wurde Landesmeisterin, jedoch befriedigte sie das Ergebnis nicht, denn sie schoss weit unter ihren Möglichkeiten. Über Ursachen lässt sich da sicher spekulieren, am Trainingsfleiß und Willen hatte es jedenfalls nicht gelegen.
Ebenso erging es unserer Schützin Nadja Hille in der Damenklasse, welche zwar auch mit ihrem Ergebnis Landesmeisterin wurde, aber sehr weit unter ihrem eigentlichen Leistungsniveau schoss und in diesem Jahr nicht das Limit für eine Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft erfüllte. Gesamt muss man jedoch auch feststellen, dass es einer ganzen Reihe sonst sicherer Schützen in diesem Jahr passierte, an den Limits für eine Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft zu scheitern.

Am Sonntag, dem dritten Wettkampftag, kam noch einmal unser Senior Dr. Jürgen Daniel mit der Sportpistole zum Einsatz, dort konnte er jedoch bei starker Konkurrenz nur einen 7. Platz belegen.

Als abschließendes Fazit zu unserem Einsatz können wir doch recht zufrieden sein, drei Meistertitel und einen 3. Platz stehen unserer kleinen Schar gut zu Gesicht.

Bei unseren Schützen gilt, der Kopf wird nicht in den Sand gesteckt, es wird wieder "angegriffen" und es gibt ja noch ein paar regionale Wettkämpfe zu bestreiten, an denen sich hoffentlich nicht nur unseren beiden Damen beteiligen werden.

Bilder von den Siegerehrungen gibt es wie immer in unserer Galerie (Fotografen: Torsten Conrad, Hans-Günter Lesser und Jörg Günzler).

Hier finden Sie die Protokolle der LM 2010 169.32 Kb der jeweiligen Altersklasse, in welchen unsere Schützen gestartet sind. Ein ausführliches Protokoll ist auf den Seiten des TSB zu finden.